The Weeknd bei einem Auftritt (Archivbild).
The Weeknd bei einem Auftritt (Archivbild).
Foto: imago images/ Irvin Olivares

Berlin - Der erste Text ist kurz, aber umfassend. Die entscheidenden Zeilen lauten „Ich hab’ zuviel genommen, ich will nicht sterben“ und „Ich weiß nicht, ob ich wieder alleinsein kann“. Willkommen auf „After Hours“, dem neuen Album von Abel Tesfaye, der als The Weeknd seit einem Jahrzehnt ein lyrisches Genre in den avancierten Clubpop bringt, das ein Kritiker neulich Pity-Partying genannt hat. Seit den ersten, noch etwas ungeschliffenen Mixtapes variiert der Sänger und Produzent aus Toronto dieselbe Geschichte: Er schwelgt in einem nächtlichen Strom aus Luxus, Drogen und Sex, und jammert großartige elektronische Discosongs damit voll über Abende, die ihn unerfüllt und verkatert stranden lassen. Statt nur die Einsamkeit zu besingen, vermisst er diesmal mit schmerzlichem Soul eine signifikante andere, die ihn erlösen möge. Blöd nur, dass sein Porsche und das 20-Millionen-Dollar-Haus in L.A. stehen, wo er hilflos bedröhnt allen Verlockungen erliegen muss: „When I’m on the liquor I go crazy/ for that pussy, you know, I’m a slave, yeah“, wie er hier im weiten, sparsamen Mollhall von „Escapefrom L.A.“ der Geliebten hinterherbarmt, die das nicht so sexy findet.

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