Eben noch Kunstprofessor in Beirut, jetzt künstlerischer Leiter von Theater der Welt und demnächst Intendant der Münchner Kammerspiele. Wir fragen den Neuköllner und vormaligen HAU-Gründungschef Matthias Lilienthal, ob er nicht Heimweh habe. Nö, sagt er. Doch, sagen wir, schon weil er sich doch nun ein bisschen hochwertiger kleiden müsse. Er tut entrüstet und sagt: „Sie werden doch bemerkt haben, dass ich mein Outfit schon etwas glamouröser gestaltet habe.“ − „Äh“, wir prüfen ein bisschen erschrocken die in der Tat nicht unschicke grünstreifige Trainingsjacke, „das können aber nur Nuancen sein.“ − „Quatsch, an meinen Anziehsachen ändert sich nichts. Janüscht. Ich mach sowieso immer dasselbe. Egal, ob in Kreuzberg, Beirut, Mannheim oder München.“

Immer dasselbe. Das ist kokett, aber auch korrekt. Gestern wurde in Mannheim das von Lilienthal und Bernd C. Kosminski, Intendant des Mannheimer Nationaltheaters, kuratierte Programm des alle drei Jahre in einer anderen deutschen Stadt gefeierten Festivals „Theater der Welt“ vorgestellt (23. Mai bis 8. Juni). Und wir erkennen erstens lauter aus dem HAU-Zusammenhang und dem allgemeinen Festivalbetrieb bekannte Künstlernamen wieder − Toshiki Okada, Nicolas Stemann, Peaches, Markus Öhrn, Anna Teresa De Keersmaeker, Boris Charmatz, Philippe Quesne − und zweitens stoßen wir auf alterprobte Performance-Formate, die, weil sie ortsbezogen sind und nun auf Mannheim angewendet werden, ganz neu sein werden.

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