Mit der S-Bahn dauert es nur 16 Minuten vom Alexanderplatz nach Karlshorst. Man ist hier näher am Zentrum als in Dahlem oder Nikolassee, vergleichbaren ehemaligen Villenvororten im Südwesten. Aber im Osten ist die Holzfachwerk- und Gartenidylle längst nicht mehr so intakt und zwischen Wald und Seen so sicher gebettet wie dort, sondern vom Verkehr und auch von der Geschichte durchfurcht.

In Berlin-Karlshorst unterzeichnete der Nazi-Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in der Nacht auf den 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands. In der Festungspionierschule an der Zwieseler Straße, um genau zu sein. Heute ist dort das Deutsch-Russische Museum. Schon einige Tage vorher, am 3. Mai 1945, hatte die Sowjetische Armee die Häuser in den Nebenstraßen der Treskowallee evakuiert, um ihre eigenen Leute unterzubringen. Tausende Bewohner Karlshorsts bekamen damals 24 Stunden Zeit, ihre Wohnungen zu verlassen, dann wurden die Gebiete abgeriegelt, nur die Treskowallee blieb als Durchfahrtsstraße offen.

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