„Grau bin ich geworden“, sagt Kay Wuschek, als wir uns im Monbijou-Park an der Uferpromenade der Spree wiedersehen. Er lächelt und gibt mir die Hand zur Begrüßung. Wir hatten uns vor seiner ersten Berliner Premiere seit drei Jahren zu einem klärenden Gespräch verabredet. Wir begegnen uns in zwei Rollen: Er als ehemaliger Intendant, dessen berufliches Ende mit einem Rassismus-Vorfall zusammenhängt und dessen Ruf Schaden genommen hat, und ich als Journalist, der die von der taz veröffentlichte Geschichte nachrecherchierte und weiterverbreitete, weil sie beispielhaft ist für ein allgemeineres Problem und deshalb von öffentlichem Interesse. Wuschek war der erste Intendant in Berlin, der in jüngerer Zeit seinen Posten im Zusammenhang mit Fehlverhaltensvorwürfen verlor. Er wurde zum Präzedenzfall, dem weitere Intendanten-Demissionen an der Volksbühne und bei den Berliner Festspielen sowie Führungskonflikte am Staatsballett und am Gorki-Theater folgten.

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