Berlin - Die Frage, wann die neue Inszenierung „Mord im Orientexpress“ endlich auf die Bühne kommt, war letztlich spannender als die Frage nach dem Mörder. Das Täterkomplott im Zug kennt schließlich jeder, der Bücher liest oder Filme guckt, denn es geht um Agatha Christies berühmtesten Roman. Aber die Inszenierung in der Komödie im Schiller-Theater, die im März 2020 während der Endproben mit Volldampf auf ein Abstellgleis raste, musste dort bis zu diesem Sommer grimmig vor sich hin warten. Der Stopp im ersten Lockdown löste beim Intendanten Martin Woelffer durchaus eine kleine Panik aus. Er hatte sich für sein Privattheater gerade die mit einer Million Euro teuerste Produktion seines Lebens geleistet. Nur eine rasche Zusage von Rettungsgeld konnte ihn damals besänftigen. Jetzt, nach drei Wochen weiterer Proben im Juli, rief die Regisseurin und Hauptdarstellerin Katharina Thalbach vor der Premiere am Sonnabend erschöpft aus, sie sei nun lange genug schwanger gegangen mit diesem Stück, sie wolle endlich gebären!

Und was für eine Geburt. Die Idee, das große Haus mit Wucht zu bespielen, geht auf. Woelffer hat sich nicht nur für einen Klassiker entschieden, sondern auch Bühnenstars wie die Familie Thalbach – Katharina, Anna, Nellie – und die Geschwister Pfister engagiert. Das Theaterpublikum sicherte sich schon 20.000 Karten, als es nur die Namen auf den Plakaten gelesen hatte: Diese Mannschaft wird den Zug schon auf Touren bringen.

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