Das Theater ist eine Kunst in der Zeit. Sie stirbt in dem Moment, in dem sich die Legenden zu bilden beginnen: spätestens beim Schlussapplaus. Das Theater leert sich, die Techniker greifen zu den Akkuschraubern, demontieren und verstauen das Bühnenbild. Nach der Dernière kommt das Geraffel in den Schredder, denn es nimmt Platz weg für die neuen Inszenierungen. Übrig bleiben Skizzen, Notizen, Fotos, Videoaufzeichnungen, Kritiken und Erinnerungen, die immer weiter auseinanderdriften. Das Theater festhalten zu wollen, ist so unsinnig, wie die Gegenwart zu stoppen. Aber auch das wäre nötig, um eine Inszenierung in ihrer Zeit zu verstehen. Dem allen kann man nur mit großer Unverdrossenheit und auch lässigem Desinteresse gegenüber der Gegenwart begegnen, wenn man Ausstellungen über Theater macht.

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