Als der Schwarze Schauspieler Ron Iyamu vor einem halben Jahr an die Öffentlichkeit ging und von seinen Erfahrungen mit Rassismus im Theaterbetrieb berichtete, trafen die Vorwürfe zum großen Erstaunen der Szene auch Armin Petras. Ausgerechnet dieser poetische und sozialkritische Regisseur sollte sich im Ton vergriffen und verletzend gehandelt haben? Die Vorgänge wurden zum Muster für strukturellen, teilweise unbewussten Rassismus, und ihre Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen. Auch im Zusammenhang mit den MeToo-Vorwürfen gegen den ehemaligen Volksbühne-Intendanten Klaus Dörr fiel der Name Armin Petras, weil die beiden viele Jahre lang erst das Gorki-Theater und dann das Schauspiel Stuttgart leiteten, Petras als Intendant, Dörr als geschäftsführender Direktor. Künstlerisch musste Petras durch die Pandemie Rückschläge hinnehmen, indem mehrere Inszenierungen pandemiebedingt ungezeigt blieben. Seine „Auferstehung“-Premiere am Deutschen Theater wurde gerade zum zweiten Mal verschoben, ein Stück von Tolstoi, das aber zu den Debatten zu Sexismus, Machtmissbrauch und Diskriminierung passt.

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