Berlin - Es ist eine respektvolle, fast zärtliche Geste: Das Zirkuszelt der Volksbühne auf dem Rosa-Luxemburg-Platz umschließt das Räuberrad wie ein wärmendes Regencape. Das rostige Zeichen steht da seit 1994 für das legendäre Volksbühnen-Vierteljahrhundert mit dem Intendanten Frank Castorf als Kopf und dem Chefbühnenbildner Bert Neumann – als Herz des Theaters. Neumann starb im Sommer 2015, und als der Intendant 2017 gegen seinen Willen aufhören musste, ließ er das Rad zerschneiden und auf einem Tieflader nach Avignon bringen, wo er mit seiner Inszenierung „Die Kabale der Scheinheiligen“ gastierte. Es war eine umstrittene, trotzige Auslöschaktion, mit der das Logo nicht dem Nachfolger Chris Dercon überlassen werden sollte. „Wenn das Rad stehen bleiben würde, würde das eine Kontinuität suggerieren, die es nicht gibt“, sagte der damalige Chefdramaturg Carl Hegemann.

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