Ein O auf Rädern: Das neue Logo der Kudamm-Komödie 

Die Komödie am Kurfürstendamm nimmt sich zwischen den Umzügen und der Kistenpackerei Zeit für einen frischen grafischen Auftritt.

Theaterintendant Martin Woelffer
Theaterintendant Martin WoelfferFranziska Strauss

Die Komödie am Kurfürstendamm ist, nachdem ihr Stammsitz an der West-Berliner Einkaufsstraße abgerissen wurde, schon wieder umgezogen. Wir haben es jetzt nicht mehr mit der Komödie am Kurfürstendamm zu tun, auch nicht mehr mit der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater, wie sich das Theater vorübergehend nannte, sondern mit der Komödie am Kurfürstendamm am Potsdamer Platz, wo es jetzt die nächste Zwischenunterkunft nimmt, bevor es irgendwann zurück an den Boulevard zieht, wohin es dem Anspruch nach gehört.

Allein für die Änderung der Adresse auf den Visitenkarten, Spielplänen, Einladungen, Plakaten, Eintrittskarten und im gesamten Online- und Mobilauftritt würde ein von Steuergeldern finanziertes Theaterhaus sicher fünfmal zum Katasteramt wackeln müssen, um sich entsprechende Zusatzmittel bewilligen zu lassen. Martin Woelffer hingegen nimmt die zermürbenden Umstände als Chance und engagiert Florian Dengler, einen Berliner Designer, der aus der nötigen Adressänderung in den Drucksachen einen neuen Auftritt macht.

Der neue Auftritt der Komödie am Kurfürstendamm
Der neue Auftritt der Komödie am KurfürstendammKomödie am Kurfürstendamm

Wenn Bühne und Publikum einander spiegeln

Das Ergebnis sehen Sie auf dem Bild. Wir haben kurz gezuckt, weil uns das Logo auf den ersten Blick schon arg quadratisch praktisch erscheint, so, als hätte man alle Bögen begradigt und Serifen abgeschliffen, damit man die Lettern beim nächsten Umzug besser in einen Karton stapeln kann. Aber mit ein bisschen Sehhilfe vom Designer fällt der Groschen.

Die obere Reihe: KOM steht nicht einfach auf der ÖDIE-Reihe herum, sondern die beiden Schriftzüge sind durch eine Spiegelachse getrennt. Man erkennt das nur an den Umlautpünktchen, die nun unter dem Ö gelandet sind, auf dass es ein bisschen wie ein O auf Rädern aussieht und mithin an das Rad auf Beinen erinnert, das zur Volksbühne gehört. Gemeint ist, dass Bühne und Publikum in der Komödie einander spiegeln, also wahrnehmen. Das wäre auf jeden Fall ein Wettbewerbsvorteil gegenüber dem institutionellen Theater in der Stadt, das im Glanze des hohen Kulturauftrags das Publikum gern mal aus dem Blick verliert.