Berlin - Ursprünglich hätten sie ein Projekt über Stadt und Krankheit machen wollen, sagt Jörg Lukas Matthaei. Dann kam die Pandemie auf Touren und schnell wurde klar, wie wenig ihr symbolisches Tun auf der Bühne der Wirklichkeit draußen noch entgegenzusetzen hatte. So ließen sie alles Symbolische weg und begannen, nur noch in Allegorien zu sprechen, in einer Art Personalisierungsstrategie also. Aus „Berlin“, so Matthaei, wurde die „Sumpfgeborene“ (etymologisch gesehen) und das Ziel, die Geschichte der Stadt anders zu erzählen, die „Sumpfgeborene“ von einst mit der „Speckgürteltragenden“ heute zu verschwistern, nahm wieder Fahrt auf.

Der so entstandene Bühnenfilm läuft gerade 20 Minuten, als Regisseur Matthaei dies erklärend ins Bild tritt. In wenigen Momenten werden die Sophiensaele hinter ihm wieder eine Wuselbühne aus Labor, Garderobe, Barocktheater, Pausenraum und Bauplatz sein, in dem ein weißhaariger Greis Flüssigkeiten in Kolben gießt, ein kleines Bläsertrio Barockes trällert, eine Perückenträgerin mit einer Feder auf den Tisch schreibt und eine Dame mit Halskrause barocke Verse rezitiert. Aber das kleine Erklär-Intermezzo wird nicht viel zur größeren Durchsichtigkeit dieses halb spielenden, halb probenden, halb privaten Bühnengeschehens beitragen. Dennoch verrät es einiges von der Komplexität seiner Entstehung.

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