Plötzlich geht dem braven Gendarmen ein Licht auf: „Wenn man so denkt, was man anfangen könnte in diesem Leben – und was man hier in Wirklichkeit tut ...“. Der Gute ist nur eine Randfigur in Max Frischs Moritat vom „Grafen Öderland“, aber sein kleiner Moment der Erkenntnis mit der Denkpause am Schluss fasst in menschliches Maß, was Frisch im Großen und Ganzen des Stückes zum tragisch-martialischen Aufstand anwachsen lässt.

Es ist die Sehnsucht nach einem Leben, das nicht nur in schützende Ordnungen und Pflichten eingewickelt ist, sondern mehr Freude kennt als Fleiß und mehr Freiheitsgeist als Lohntüten. Dieses Empfinden teilt der Gendarm nicht nur mit dem furchtlos-fürchterlichen Grafen Öderland, der schon neben ihm steht, während er so seufzt, es ist auch die Sehnsucht fast aller Figuren der ersten fünf Theatertreffen-Stücke.

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