Der Tänzer, Choreograf und Mitbegründer des Wiener ImPulsTanz-Festivals, Ismael Ivo, ist tot. Der 66-Jährige sei in seiner Heimat Brasilien an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte ImpulsTanz in Wien am Freitag mit und berief sich dabei auf Ivos Management.

Ivo war demnach bis zuletzt in das jährlich stattfindende internationale Tanzfestival in Wien involviert gewesen und hätte dafür auch diesen Sommer in die österreichische Hauptstadt kommen sollen. Das Vienna International Dance Festival soll in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen vom 15. Juli bis 15. August stattfinden.

Zusammenarbeit mit Heiner Müller, George Tabori und Johann Kresnik

1955 in São Paulo geboren, wuchs Ismael Ivo in einfachen Verhältnissen auf und interessierte sich bereits in seiner Jugend für Tanz und Choreografie. Mitte der 80er-Jahre zog er zunächst in die USA und später nach Europa, um seine internationale Karriere voranzutreiben. 1984 war er Mitgründer des ImPulsTanz-Festivals in Wien, von 1996 bis 2005 leitete er das Tanztheater des Deutschen Nationaltheater Weimar, von 2005 bis 2012 war Ivo Direktor der Sparte Tanz der Biennale in Venedig.

Er arbeitete mit der deutschen Choreografin und Ballettdirektorin Pina Bausch, dem amerikanischen Choreografen William Forsythe oder der serbischen Performerin Marina Abramović zusammen, aber auch mit Theatermachern wie George Tabori, Heiner Müller oder Yoshi Oida. Unter der Regie von Johann Kresnik, war Ismael Ivo, der in seinem expressiven Stil Elemente des Modern Dance und des Ausdruckstanzes weiterentwickelte, „Francis Bacon“ (1994) und „Othello“ (1995). 

Nach drei Jahrzehnten im Ausland war er 2017 nach Brasilien zurückgekehrt, um das Ballett von São Paulo zu leiten. Im Juni vergangenen Jahres hatte er zwei Schlaganfälle erlitten, von denen er sich allerdings gut erholt hatte.