Wir sitzen endlich wieder zusammen in der Gegenwart des Theaters und teilen gemeinschaftlich einen Augenblick, den es ohne einen anderen, sehr einsamen Augenblick, der längst vergangen ist, nicht geben würde. Wir erleben nach knapp sieben Jahrhunderten das Echo einer Begegnung in Florenz: Neun Jahre ist Dante alt, als er die ebenfalls neunjährige Beatrice sieht, die fortan „die verklärte Herrin seines Herzens“ ist. „Das neue Leben begann“, heißt es, und weitere neun Jahre vergehen, in denen er ihr heimlich nachstellt und aus Verstecken Blicke auf sie zu erhaschen versucht. Und dann passiert es: „Da sie durch eine Straße ging, wendete sie ihre Augen nach der Stelle, wo ich furchtsam und schüchtern stand, und in ihrer unaussprechlichen Holdseligkeit grüßte sie mich sehr tugendlich, dass ich das Endziel aller Seligkeit zu schauen meinte.“

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