Die von Dante inspirierte und mit Titeln von Britney Spears oder Meat Loaf bestückte Produktion des Bochumer Schauspielhauses „Das neue Leben. Where do we go from here“, inszeniert von Christopher Rüping, wird das diesjährige Berliner Theatertreffen eröffnen, wie aus dem am Freitagvormittag auf der Homepage der Berliner Festspiele veröffentlichten Programm hervorgeht. Nur neun der zehn eingeladenen Inszenierungen werden vom 6. bis zum 22. Mai präsentiert, dazu gibt es den Stückemarkt, Diskussionen und die Konferenz Burning Issues. Der Vorverkauf beginnt am 22. April um 14 Uhr.

Das Stück „Ruhe“, das die Theatergruppe Signa in Kooperation mit dem Hamburger Schauspielhaus in einer aufwendigen Installation spielen lässt, kommt nicht nach Berlin, wird aber im Zuge des Theatertreffens in Hamburg präsentiert. Ein Shuttle wird eingerichtet. Für die Signa-Produktion „Die Erscheinungen der Martha Rubin“ wurde 2008 beim Theatertreffen noch ein ganzes Dorf von Köln nach Berlin geschafft und aufgebaut.

So vernünftig die konkrete Vorgehensweise sein mag, sie sägt an den Prinzipien des Theatertreffens. Nun gibt es diesen Präzedenzfall für künftige finanzielle, organisatorische und ökologische Abwägungen, die bei der Einladung von Gastspielen zu beachten sein werden. Der schon sein Jahren kursierende, vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag, das Publikum zu den Originalspielorten zu shutteln, statt die Bühnenbilder hin und her zu transportieren und für lediglich zwei oder drei Vorstellungen an das Berliner Festspielhaus anzupassen, bekommt Rückenwind. So schade es für die Zusammenkunft unter den Kastanien und Magnolien im Garten des Festspielhauses wäre, eine Klassenfahrt der Theaterinteressierten wäre sicher auch geeignet, die Kontakte des Betriebes aufzufrischen.

Nach zwei Online-Ausgaben darf das Publikum in diesem Jahr immerhin die lohnende Reise nach Wilmersdorf wieder antreten. Muss man aber nicht, viele Produktionen werden auch als Stream für die heimische Couch angeboten. Auch dieses bequeme Angebot macht ja weniger Schule als zu befürchten ist und hat das Präsenzerlebnis noch nicht abgeschafft.