Berlin - Kais Opa ist 100 und soll ins Heim, die Koffer sind gepackt, bald wird er abgeholt. Und schon das Eröffnungsbild der kleinen Grips-Inszenierung von Robert Neumann macht klar, dass Handlungsbedarf besteht. Da sitzt Kai gefesselt und geknebelt, sein Opa hat ihn für einen Einbrecher gehalten, überwältigt, ist dann offenbar von der Sache abgekommen und hat sich für einen Mittagsschlaf zurückgezogen. Kai (gespielt von Helena Charlotte Sigal) ist dergleichen offenbar gewöhnt, jedenfalls ist er seinem Opa nicht böse. Die Ausfälle nimmt der Elfjährige hin, sie tun der Bewunderung für den Opa, den Helden, keinen Abbruch, sondern machen das folgende Erinnerungsspiel noch interessanter. Kann Kai doch in so manche Lücke springen.

René Schubert hat sich ein paar schöne Vergesslichkeitsslapsticks gebaut, legt den Opa aber alles andere als harmlos vertüddelt an, er erscheint als ein Mann von echtem Schrot und Korn, der sich mit Yoga fit hält, sich zusätzlich an seinem legendären Heldenmut stärkt und sich mit der abnehmenden geistigen Höhe und der nachlassenden Lebenskraft nicht abfinden will. Das aber wird sich in Zoran Drvenkars neunzigminütigen Theaterstück „Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück“ für Menschen ab 9 ändern.

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