Berlin - Was für eine tolle Idee! Nach der langen Trennung vom Publikum kehrt das Staatsballett Berlin nicht nur auf die Bühnen in den Häusern zurück. Es geht hinaus in die Stadt, dorthin, wo die Zahl der Plätze unbeschränkt ist, jedenfalls solange man die Abstandsregeln einhält. Hier braucht man weder ein Ticket noch einen Test.

Am 10. Juni ab 18 Uhr begeben sich die Tänzer auf eine Schiffstour durch die Innenstadt. Der Vorstellung auf dem Ausflugschiff kann man vom Ufer aus zuschauen, von einer der vielen Brücken, von denen Berlin ja bekanntlich mehr hat als Venedig. Die Route beginnt an der Hansabrücke, von dort geht es bis zur Mühlendammschleuse und wieder zurück. In langsamer Fahrt, sodass auch genug Zeit zum Gucken ist.

Als Zeitung mit Servicecharakter nennen wir hier die Brücken, auf denen man stehen und schauen kann, es sind wirklich überraschend viele: die Lessingbrücke, die Lutherbrücke, die Moabiter Brücke, die Moltkebrücke, die Kronprinzenbrücke, der Marie-Elisabeth-Lüders-Steg, der Steg, der vom Reichstagsufer hinüber zum Hauptbahnhof führt, die Weidenhammerbrücke, die Ebertbrücke, die Monbijoubrücke (besonders malerisch), die Friedrichsbrücke, die Karl-Liebknecht-Brücke und die Rathausbrücke. Insgesamt stehen also 15 Brücken als Zuschauerraum zur Verfügung und natürlich – soweit zugänglich – das Ufer zu beiden Seiten der Spree. Das wird schön!

Gezeigt werden in zyklischer Wiederholung Ausschnitte aus dem Repertoire: Johnny MacMillans „Parliament“, Arshak Ghalumyans „Mare Crisium“, Mauro Bigonzettis „Duetto Inoffensivo“ sowie Auszüge aus „Schwanensee“ und Sharon Eyals „Half Life“. Auch wird als Improvisation die Online-Choreografie „From Berlin with love“ von Ksenia Ovsyanick aufgeführt, das Zitat der zuversichtlichen Video-Botschaft des Ensembles aus dem Frühjahr 2020. Kaum zu fassen, aber das ist nun schon mehr als ein Jahr her.