Die Performancekünstlerin Seraina Dür und ihr Kompagnon Jonas Gillmann sind in die alte Billettkasse des Theaters Basel eingezogen. Schon eine solche Umnutzung von leer stehenden Kulturorten in der Corona-Krise, in denen manche Kunstschaffende keine Miete mehr berappen können, wäre eine bedenkenswerte Idee. Aber natürlich wohnen die beiden da nicht nur, sondern sie machen Kunst, „artenübergreifende Kunst“, wie sie es so schön nennen. Sie teilen ihre Bleibe mit zwölf Tauben, die durch eine Klappe Zugang haben. „Gemeinsam üben sie Erzählungen für ein zukünftiges, weniger menschenbezogenes Miteinander“, heißt es auf der Website des Theaters.

Wie toll diese Idee ist, ergibt sich schon aus einem Video, das die BZ Basel gedreht hat und das erst einmal schön lang einfach nur Aufnahmen von den Tieren zeigt, die Körner picken, sich umschauen, umherlaufen, auffliegen, Freunde aus der Stadt mitbringen, sich miteinander unterhalten, Gedanken verlieren und wieder picken. Allein die Geräusche, die dabei entstehen, versetzen einen in eine friedvolle Stimmung: das Tippeln, Schnabelticken, Flügelflattern. Und dann ist da dieses Gurren, das sich so anhört wie das von einem Embryo im Mutterleib vernommene vorfreudige Gespräch der werdenden Eltern – man versteht kein Wort, aber es wird schon alles gut. Ein Vorteil an dem Video ist natürlich auch, dass man nichts riecht.

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