Es ist zwanzig Jahre her und nur ein kleinerer Auftritt von denen, die Robert Wilson sicher zuhauf vor Sponsoren absolvierte. Er gab eine Variante seines oft gehaltenen Vortrags über seine Künstlerwerdung zum besten, über seinen Sprachfehler, seine Inspiration, seine Musen, den gehörlosen Raimond und den autistischen Chris. Er legte in einem denkbar steifen Ambiente völlig unerschrocken und routiniert eine avantgardistische Performance hin, die ein bisschen an den satirischen „Hurz“-Geniestreich von Hape Kerkeling erinnerte, zwar ernst gemeint, dies aber in aller Leichtigkeit: Nach einer brutal überdehnten Pause quiekte Robert Wilson und ratterte später scheinbar sinnlos kombinierte Wortreihen herunter, ließ das meiste ohne weitere Erklärung auf das anwesende Büropersonal aus dem Mittelbau einer Bank wirken und nahm irgendwann die Spannung aus der Situation, indem er erklärte, dass ein Künstler keine Antworten zu geben, sondern Fragen zu stellen habe.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.