Berlin - Wandgroß schläft ein nackter Mann über der Stadt. Nein, er schläft nicht, sein Gesicht ist, soweit es die prekäre Seitenlage erlaubt, leicht nach unten geneigt, als wolle es sich vor Verletzung schützen oder vor der abgründigen Kälte hinter ihm. Auch vor unseren Blicken vielleicht, die sich sofort an seiner so intimen wie gefährlichen Lage festsaugen. Denn hinter dem Körper auf dem schmalen Dachvorsprung lauert das Panorama einer grauen Riesenmetropole mit hunderten, kalt glotzenden Wohnblöcken, die unsere Blicke spiegeln: normierende, abschätzende Blicke der Machtmaschine Gesellschaft, die überall wirkt, im staatstotalitären China, woher das Foto stammt, wie im demokratischen Europa, wo es nun arbeitet.

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