Berlin - Schöner als Christoph Schlingensief kann man Carl Hegemann kaum beschreiben: „Ich hatte oft Ressentiments Dramaturgen gegenüber, aber dann ist da einer wie Carl Hegemann: Er hört einen Satz und fängt sofort an, etwas ganz anderes zu erzählen. Oder er macht ein Treffen aus, das dann nicht zustande kommt, weil er gerade ein Interview gibt und irgendwas von japanischen Künstlern oder über die Marktwirtschaft erzählt. Das ist eine Qualität, die mich total fasziniert an ihm. Ohne Carl und seine Gedanken wären viele meiner Arbeiten niemals entstanden.“ Das Schöne an diesen Sätzen ist auch, dass man sie ohne wesentliche Änderungen spiegeln, also auf Christoph Schlingensief beziehen und sie Carl Hegemann in den Mund legen könnte. Und während sich die beiden in ihre Wolken, Fernen und Tiefen ihrer Denkwelten entheben, bleibt man selbst zurück auf dem eher langweiligen Pflaster der geordneten Kausalitäten und im beengenden Netz der Zwecke. Zwar ist Schlingensief nicht mehr bei uns, aber zumindest bei Carl Hegemann kann man sicher sein, dass er mit seinen Gedankenkreisen immer mal wieder vorbeikommt und uns ein Stück mitnimmt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.