In der Kulturförderung des Landes Berlin gibt es ein wiederkehrendes Problem. An die Öffentlichkeit drang vor sieben Jahren der Fall des Solistenensembles Kaleidoskop: Dessen Konzerte und Konzertperformances waren bald national und international so erfolgreich gewesen, dass die für die Vergabe von Förderungen zuständige Jury keinen Förderbedarf mehr erkannte und andere Ensembles unterstützte. Kaleidoskop stand genau in dem Moment ohne Geld da, als es wachsen und sich etablieren wollte.

So etwas ähnliches widerfährt nun dem Berliner Festival für aktuelles Musiktheater BAM!, das nach Ausgaben 2018 und 2019 in einen Biennale-Rhythmus wechseln wollte. Hier bekam man Dinge zu sehen, die es an den etablierten Häusern nicht gibt: Vom inszenierten Konzert bis zur raumgreifenden Performance, von modernster Musik bis zum verfremdeten Repertoire, von Reaktionen auf Zeitgeschichte bis zum Mythos zeigten freie Ensembles, was sich aus der Kombination von Musik und Szene jenseits von Mozart und Verdi machen lässt. Das nächste Festival sollte im April 2022 veranstaltet werden, die Berliner Volksbühne hatte ihre Räume wieder zur Verfügung gestellt – aber nun wurde das Festival durch einen Juryentscheid gekippt: Der Verein Zeitgenössisches Musiktheater in Berlin (ZMB), in dem sich die freien Operngruppen, Darsteller und Komponisten zusammengeschlossen haben und der BAM! veranstaltet, bekommt keine Projektförderung.

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