Der Text „Draußen vor der Tür“ lebt in seinem Expressionismus, seinem Pathos und seinem Selbstmitleid von der Authentizität. Wolfgang Borchert hat das Stationendrama in acht Tagen niedergeschrieben. Im November 1947, einen Tag vor der Uraufführung, starb er im Alter von nur 26 Jahren. Im besiegten, schuldbeladenen, nach vorn starrenden Nachkriegsdeutschland, wagte er einen Blick auf den seelischen Scherbenhaufen des Einzelnen. Nach drei Jahren kehrt Beckmann nach Hause zurück, Gott hebt hilflos die Hände, Beckmanns Frau hat einen anderen Mann, sein Offizier weist ihn ab, Arbeit findet er nicht – nicht einmal als Witzfigur beim Kabarett –, seine Nazi-Eltern haben sich umgebracht, und die Elbe spuckt ihn aus. Der Heimkehrer findet kein Heim mehr, alle Türen sind zu.

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