Berlin - Nicht wenig erinnert dieser Abend an ein Ereignis, das das Gorki Theater vor fünf Jahren veranstaltete. „Flüchtlinge fressen“ hieß es, wofür das Zentrum für politische Schönheit in schauriger Realtheatralität einen Käfig vor das Theater baute, vier Tiger hineinsteckte und das Publikum auf die öffentliche Fütterung warten ließ. Vor dem Hintergrund der großen Flüchtlingstracks, die damals unter den Augen der Weltöffentlichkeit immer wieder im Mittelmeer versanken, bevor sie das ersehnte europäische Asyl erreichten, suchten die Performer nun Freiwillige, die sich gleich hier vor Ort zur öffentlichen Verfütterung bereit fänden. Das zynische Fressspektakel hier sollte natürlich für die nicht weniger zynische Flüchtlingstragödie vor den Grenzen Europas stehen, die ganz einfach auch dadurch abzustellen wäre, indem man sichere Transporte installierte.

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