Berlin - Wer ein Vorstellungsgespräch vor sich hat, verbringt die Nacht davor unter Umständen damit, gedanklich verschiedene Szenarien durchzuarbeiten. Man malt sich in Gedankenschleifen aus, was man in dem Moment, in dem man durch die Tür tritt und das erste Wort sagt, so alles falsch machen kann. In dem Stück „(Kein) Weltuntergang“ der 35-jährigen britischen Dramatikerin Chris Bush, am Sonnabend in der Schaubühne uraufgeführt, kann man mindestens zwanzig verschiedene Versionen eines solchen Moments erleben. Die junge Wissenschaftlerin Dr. Anna Vogel (Alina Vimbai Strähler) stellt sich der Professorin Uta Oberdorf (Jule Böwe) vor – es geht um eine Postdoc-Stelle. Die Versionen dieser Begegnung sind manchmal nur einen Satz lang, dann gibt es ein Rückspulgeräusch, und die beiden Schauspielerinnen stehen wieder auf, gehen rückwärts aus der Tür, um ein paar Augenblicke später von vorn zu beginnen.

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