Berlin - Vor gut zwei Jahren schwebte Katharina Matz in der Rolle einer Toten auf die Bühne der Kammerspiele des Deutschen Theaters. Sie spielte in einer Inszenierung von Thom Luz die gestorbene Gattin des Kunstkritikers Reger, der Hauptfigur in Thomas Bernhards Roman „Alte Meister“. Und wie diese zierliche und luftleichte Greisin auf der Bühne aus jungen Augen blickte, versöhnt und weise, schien sie zu wissen und ließ uns, ihr Publikum, wissen, dass ihr Leben nicht mehr lange währen würde. Ließ es uns lächelnd wissen, als handele es sich um eine Nebensache.

Nun ist sie, wie das Deutsche Theater meldet, nach kurzer Krankheit im Alter von 90 Jahren gestorben. An diesem Hause begann die in Böhmen geborene und in Magdeburg ausgebildete Schauspielerin nach einem ersten Engagement in Greifswald ihre Karriere. Sie blieb vier Jahre, bis 1958, bei Wolfgang Langhoff am Deutschen Theater, debütierte bei der Defa als Filmschauspielerin und ging dann mit Ida Ehre nach Hamburg, wo sie erst in den dortigen Kammerspielen und dann am Thalia-Theater engagiert war. 2009 wurde sie hier zum Ehrenmitglied ernannt.

Als ihr damaliger Intendant Ulrich Khuon nach Berlin ging und das Deutsche Theater übernahm, folgte sie ihm als regelmäßiger Gast und spielte unter anderem bei Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg. „Katja Matz“, schreibt Khuon in seinem Nachruf auf der Homepage des Theaters, „hatte die Fähigkeit Wege mitzugehen, nicht Bescheid zu wissen, einfach neugierig zu bleiben, auch auf Menschen.“ Wir wussten schon damals, dass sie uns fehlen würde. Und das war es vielleicht, was sie bei ihrem Auftritt vor zwei Jahren lächeln ließ.