Berlin - Ist der Naturpark auf dem Schöneberger Südgelände, wo die Shakespeare Company Berlin seit 2011 allsommerlich gastiert, nicht zu idyllisch für ein Theaterstück wie „Othello“? Immerhin geht es in Shakespeares Drama um Gewalt und Mord in der Ehe, um blutige Eifersucht, mörderische Intrigen und natürlich um Rassismus. Wie soll das unter freiem, mitunter sogar blauem Himmel funktionieren, zwischen üppig grünen Bäumen und all den Vögeln, die fröhlich vor sich hinsingen?

Vielleicht ist genau das die Pointe: Die Tragödie hat nämlich nur eine innere Landschaft, keine äußere. Sie passt überall hin – und nirgends. Also kann man ihr auch entspannt unter dem schwarzen Sonnensegel auf der kleinen Bühne folgen, die auf dem Boden durch eine hölzerne eckige Röhre geteilt wird. Das sechsköpfige Ensemble, das seit rund acht Monaten nicht mehr auftreten konnte, braucht ein bisschen Zeit, um sich warmzuspielen. Da wird noch viel stillgestanden und deklamiert. Das ist in der Regie von Nico Selbach zwar schlüssig anzuhören, wirkt jedoch zunehmend einförmig.

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