Berlin - Da knallen die Absätze auf den Boden, als gelte es, den Flamenco-Gipfel zu stürmen. Oder jene kraftstrotzende Pferdeschar zu imaginieren, die noch Generationen nach der Kohlhaas’schen Begebenheit Mitte des 16. Jahrhunderts über die brandenburgischen Koppeln rast. Beides, feuriger Tanz und strammer Galopp, vermischen sich durchaus gewollt am Ende der kurzen zwei Bühnenstunden, mit denen Simon McBurney und sechs Schauspieler der Schaubühne die Kleist’sche Novelle vom Rosshändler und seinem so verzettelten wie blutrünstigen Kampf ums Recht in eine nahezu schwerelose dramatische Erzählung verwandeln.

Eigentlich macht McBurney nur da weiter, wo er 2015 bei seiner ersten Inszenierung am Lehniner Platz aufhörte. Damals zerlegte er Stefan Zweigs Novelle „Ungeduld des Herzens“ über eine verstörende Liebe in der zerfallenden K.-u.-K.-Monarchie in ein museal gestisches Nacherzähl-Theater. Heute lässt er das Museale weg, trennt das Erzählen wieder von der gestischen Bildentwicklung, aber bindet beides doch zugleich in einen emotionalen Sog, der vor Rasanz und Rhythmus kaum Zeit zum Atmen lässt.

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