Im Grunde gibt es nichts Passenderes in diesen Tagen, als Alfred Jarry zurück auf die Bühne zu holen. Jenen jung verstorbenen Bürgerschreck, der mit seinem rotzfrechen Raffzahn „König Ubu“ vor 125 Jahren nicht nur die hehre Kunst, sondern auch das sie umschwärmende Bürgertum in ungekannter Direktheit auf das stieß, was parfümierte Nasen nie riechen wollten: den eigenen Dreck. „Schreiße“ ist denn auch das erste Wort des ungehobelten Dickwansts, der nie genug kriegen kann von allem, besonders nicht von Macht und Geld. Die falschen r.s in seinen Worten stören ihn dabei so wenig wie die Klobürste am Tisch oder das fremde Blut, das seinen Weg säumt, denn die Sprache biegt er sich so zurecht wie die Welt überhaupt. Moral oder Logik sind ihm einfach das, wonach der Appetit geht, und für ein, zwei Goldsäcke mehr im „Fynanzstall“ scheut er auch einen kleinen Königsmord nicht, Krieg inklusive.

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