Berlin - Politisches Theater? Kapitalismuskritik? Gentrifizierung und die Folgeschäden? All das erwartet man nicht unbedingt im BKA-Theater, wenn dort Ades Zabel & Company auftreten. Obwohl – auf ihre durchgeknallte, übermütige, quietschfidele Art haben sie sich in ihren „Neuköllnicals“ doch schon immer mit sozialen Spannungen und den Konflikten zwischen Arm und Reich beschäftigt … Und sie haben es bunter, frecher, ideologiefreier und lustiger getan als viele andere Gruppen, die sich dieser Themen annahmen. Insofern ist ihre neueste Produktion, „Tatort Neukölln“, einfach eine gelungene Fortsetzung der schwungvollen Debattenrevuen, in denen sich die Travestiekünstler um Ades Zabel den Berliner Komplikationen am Beispiel des bekannten Problembezirks widmeten.

Diesmal droht Jutta und Edith der Verlust ihrer Wohnungen, die in Eigentum umgewandelt werden sollen, was sie sich nicht leisten können. Deshalb wollen sie mit Biggy und deren aktuellen Freund Harry, der als Geldtransporteur für Karstadt arbeitet, für Umverteilung sorgen: Den Immobilienhai Signa bestehlen, mit der Beute ihre Buden kaufen. Natürlich kommt alles anders als geplant, obwohl Harry (Roman Shamov) ein Fass an den Kopf kriegt, Biggy (Biggy van Blond) auf den Leggings in ihrer Boutique sitzen bleibt, Edith (Ades Zabel) fast an Organhändler gerät und Jutta (Bob Schneider) für ihre Spelunke nichts von den schlecht verteilten Corona-Hilfen erhält, nicht einmal eine „Kneipenabwrackprämie“. In ihrer Not werden die vier erfinderischer als die Polizei erlaubt.

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