Berlin - Man hat schon alles mögliche mit Angela Merkel während ihrer 16 Jahre als Bundeskanzlerin angestellt – sie mit bissigen Riesenkötern einzuschüchtern versucht oder ihre Fotos mit Hitlerbärtchen verunziert. Sie öffentlich in eine Badewanne gesetzt hat man wohl noch nie. Genau das passiert nun im Kabarett-Theater Distel im neuen Programm „Deutschland in den Wechseljahren“. Es erzählt von den Zeiten vor und mit Corona, von Müllbergen im Meer und von den drohenden Gefahren der Islamisierung: „Wirecard musste sogar seine Bilanzen verschleiern.“ Und natürlich von den festen Badeterminen, zu denen Merkel und ihr „Säuerlein“ – so nennt sie den Gatten – hier mit schönen Grüßen an Loriot in die Wanne steigen. Er muss immer auf dem Stöpsel sitzen, sie hat den Blazer auch im Wasser an.

Mehrere Autoren haben die vergnüglich bösen Texte geschrieben, das Satireduo Onkel Fisch hat die Moderationen giftig zurechtgefeilt und Dominik Paetzholdt hat alles leicht und flott und gut inszeniert. Auf der Bühne sind Caroline Lux, Timo Doleys und Rüdiger Rudolph anfangs etwas unschlüssig, wie sie dieses erste Programm vor Publikum nach zwei Jahren (!) Pandemiepause gestalten sollen: Mehr unterhaltsam oder mehr gesellschaftskritisch, mehr fröhlich oder mehr agitatorisch? Klar ist: Unter keinen Umständen wird zum Politik-Thermomix gegriffen, denn da müssten sie stets in der gleichen Soße rühren.

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