Sandra Hüller (Mitte) als Hamlet. Mit der Aufzeichnung der Bochumer Inszenierung von Johan Simons wird das virtuelle Theatertreffen eröffnet.
Foto: JU Bochum

Berlin - Doch, eine Schauspielerin wie Sandra Hüller packt den Zuschauer auch in einer Theateraufzeichnung. Wie sie in die Figur einsteigt, mit ihr leidet, denkt und kämpft, zwischenzeitlich sogar mit zwei Figuren, wenn sie ihr Hamlet von dessen Vaters Geist erfasst wird. Der tote Vater spricht und brüllt aus dem eigentlich zu schwachen Prinzen- und Schauspielerinnenkörper, schüttelt ihn, bläht ihn auf, droht ihn zu sprengen: Nimm Rache, Sohn! Die Haare fliegen, die Augen schwellen an, das Gesicht zeigt seine Muskeln, wird sich selbst fremd. Die Figur tritt in einen Dialog mit ihrer Abspaltung, das Spiel kippt in Besessenheit. Diese Szene erinnert an Hans-Christian Schmids Exorzismus-Film „Requiem“ (2006) mit Sandra Hüller in der Hauptrolle. Grandios. Beklemmend! Schnell ein Schlückchen und einen Keks zur Erholung.

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