Es war gegen 19.10 Uhr am vergangenen Sonntag, als Thomas Gottschalk seinen Clubhouse-Moment hatte und heftig über die Öffentlich-Rechtlichen herzog. Clubhouse ist jene App, mit der man vermeintlich vertrauliche Plauderrunden organisieren kann. In Deutschland geht sie gerade durch die Decke, was auch an einem cleveren Marketingtrick liegt: Clubhouse kann nur herunterladen, wer zuvor von einem Clubhouse-User dazu eingeladen wurde.

Es ist wohl das Gefühl, Mitglied eines exklusiven Clubs zu sein, das manche Clubhouse-Nutzer verleitet, in den Diskussionsrunden der App Dinge zu sagen, die sie sonst nie von sich geben würden. So nannte der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow in einem Clubhouse-Talk die Bundeskanzlerin „Merkelchen“ und sagte, in den Gesprächsrunden mit ihr und den anderen Länderchefs schon mal „Candy Crush“ zu spielen. Dass die Zahl der deutschen Clubhouse-User längst in die Zehntausende geht – viele von ihnen sind Journalisten –, war dem Politiker offenbar nicht bewusst.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.