Markus Scholz/dpa
ARCHIV - Autor Andreas Winkelmann schießt in seinem Garten zur Entspannung mit dem Bogen.
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ARCHIV - Bestseller-Autor Andreas Winkelmann sitzt vor seinem Laptop.

Hoya - Für den Thriller-Autoren Andreas Winkelmann (53) ist das Gruseln ein genussvoller Umgang mit Ängsten. „Angst ist ja nichts Schlechtes“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

„In der Evolution hat sie wahrscheinlich die Menschheit davor gerettet, schon viel früher auszusterben.“ Sie helfe, in Gefahrensituationen richtig zu reagieren.

In der heutigen behüteten Welt sei oft das Gefühl von Angst abhanden gekommen, sagte der Schriftsteller, der mit blutigen und sehr unheimlichen Thrillern erfolgreich ist. „Sich mit einem Buch in der Hand oder wahlweise vor dem Fernseher in Sicherheit zu Hause zu gruseln, ist eine sehr angenehme Art, Angst auszuhalten.“

Unheimliches Niedersachsen

Das Unheimliche findet Winkelmann auch in seiner Heimat Niedersachsen, wo er auf einem abgelegenen Bauernhof bei Hoya lebt. „Das Gruselige am ländlichen Niedersachsen ist die Stille“, sagte er. Zwar brauche er Stille zum Arbeiten. Aber er setze sich in der Stille auch bewusst seinen Ängsten aus, um authentisch schreiben zu können. „Und da mache ich halt so Dinge wie nachts draußen allein im Zelt schlafen, nachts im Wald spazieren gehen oder Friedhöfe besuchen.“

Außerdem gebe es auf dem Dorf weniger Menschen als in der Stadt, man komme mit ihnen leichter ins Gespräch, sagte Winkelmann. „Und da erfährt man dann manchmal Abgründe, mit denen man niemals gerechnet hat.“

Winkelmanns 24. Buch „Das Letzte, was du hörst“ ist vergangene Woche erschienen. Es geht um einen esoterischen Lebensberater, dessen Podcast für einige Hörerinnen tödliche Folgen hat. Derzeit fahren der Outdoor-Fan Winkelmann und der Schauspieler Markus Knüfken mit Lastenfahrrädern mehrere Tausend Kilometer durch Skandinavien für einen guten Zweck: Sie sammeln dort Plastikmüll ein.