Wie pimpt man einen Schmetterling? Wie kann man ein derart zartes, leichtes und schillerndes Wesen für die Welt rüsten? Die unansehnliche Raupe, erklärt Kendrick Lamar zum Ausklang seines dritten Albums, verstehe, dass der Schmetterling zwar hübsch und beliebt ist, aber schwach. Daher sichere sie ihn im Kokon, gebe ihm Flügel, Anmut und Perspektive – aber im Grunde seien sie ein und dasselbe.

„To Pimp A Butterfly“ heißt Lamars neues Werk: Nachfolger von „good kid, m.A.A.d city“, seinem Major-Debüt, mit dem er 2012 zum größten Versprechen des HipHop aufstieg. In weitem Bogen erzählte er damals aus seiner Jugend in Compton, jener Vorstadt von L.A., die seit Ende der Achtzigerjahre für den Gangsta-Rap der Westküste steht. Doch unterschied sich nicht nur die Form der Erzählung und die vielschichtige Produktion von der sonstigen Gangsta-Ästhetik. „Werde nicht auf die harte Tour erwachsen wie ich“, ließ er in einem Song seinen Vater sagen. „Jeder kann einen Mann töten. Das macht dich nicht real. Real heißt Verantwortung.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.