Nikolaus Jessen, Vertreter einer Fleischfabrik, wollte an jenem Dienstagmorgen noch einige Kunden aufsuchen. So ging er in Berlin-Charlottenburg die Hardenbergstraße entlang, Richtung Bahnhof Zoo. Vor ihm schritt ein Mann in grauem Ulster. Ein zweiter trat von hinten an diesen heran, zog eine Pistole aus der Brusttasche und „schoss aus unmittelbarer Nähe den Herrn in den Hinterkopf, der in dem gleichen Moment nach vorn zu Boden fiel“, wie Kaufmann Jessen zu Protokoll gab, „die Schädeldecke klappte auf“. Erst habe er eine ohnmächtige Dame aufgehoben, dann sei er dem Täter hinterhergerannt, den er schließlich in der Fasanenstraße zu fassen gekriegt habe, berichtete Jessen weiter. Er sei Ausländer, habe der junge Mann gesagt, und der, den er getötet habe, sei auch Ausländer, und all dies gehe die Deutschen nichts an.

„Er war ein feiner, anständiger Junge, er war ruhig und sauber. Er hat alles in Ordnung gehalten“, sagte Frau Dittmann aus Charlottenburg, wohnhaft Hardenbergstraße 37, aus, bei der der Attentäter zuletzt ein Zimmer gemietet hatte, „am Vormittag des 15. März, als die Tat passierte, da sagte das Mädchen zu mir, ich sollte mal kommen, der Herr weint in seinem Zimmer.“

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