Für den Schriftsteller Jörg Fauser führte der Weg aus der Berliner Vorstadt gleich weiter in den Western-Mythos. „Drüben kommen sie in einer Reihe aus dem Nebel am Tribünenbogen wie in einem dieser Filme über El Cid die lange Gerade herunter“, schrieb er in den 70er-Jahren in einer Reportage über die Trabrennbahn Mariendorf, spürbar fasziniert davon, in der Stadt so viele Pferde auf einmal gesehen zu haben. „Acht, neun Hengste, schnaubend und tänzelnd, ein schwarzes, braunes, graues Flimmern, die Luft zittert zwischen ihren Flanken, das ist ja Wahnsinn, denkst du, dieser Mythos kommt direkt auf dich zu, und du stehst da und reibst dir deinen Brummschädel, bis du die Wagen siehst, die Trainer mit ihren Zigarrenstummeln im Maul und die Stallmädchen mit wehenden Haaren.“

Der Autoverkehr fließt träge über den Mariendorfer Damm, in diesen lauen Wintertagen sieht man hier niemanden mit wehenden Haaren. Auf einer Koppel in der Mitte des Rennbahnovals stehen ein paar Pferde, die verloren wirken, so als hätte man sie dort vergessen.

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