Elliot Page, 33, war uns bislang als Ellen Page bekannt und noch als 16-jährige Schülerin aus dem Melodram „Juno“ (2007) in bester Erinnerung. Nun hat sich Page in einem längeren Statement per Twitter als Transgender geoutet: „Ich bin transsexuell und mein Name ist Elliot.“ Das öffentliche Geständnis ließ durchaus einige Erleichterung erkennen, Page dankte der Transgender-Gemeinschaft für all die Unterstützung, sodass „ich endlich genug lieben kann, um meinem wahren Ich nachzugehen“. Page verwendet ab sofort männliche Pronomen.

„Ich liebe es, dass ich trans bin. Und ich liebe es, dass ich queer bin“, teilte der als Frau in Kanada geborene Schauspieler weiter mit – kürzlich war er in der Netflix-Superhelden-Serie „The Umbrella Academy“ (2019) noch als Vanya/Nummer 7 aufgetreten, ein hypernervöses, dabei hochbegabtes Mädchen. Page sprach in seinem Statement auch von seiner Furcht vor Abweisung und Mobbing: „Die Wahrheit ist, obwohl ich mich im Moment zutiefst glücklich fühle, habe ich Angst. Angst vor dem Hass, den ,Witzen‘ und vor Gewalt.“

Die Furcht ist nicht ganz unbegründet: Ende 2017 hatte Page dem Regisseur Brett Ratner vorgeworfen, er habe sie einst gegen ihren Willen geoutet. Bei einem Treffen der gesamten Filmcrew von „X-Men: Der letzte Widerstand“ (2006) soll Ratner auf eine Schauspielkollegin gedeutet und zu Page gesagt haben: „Du solltest sie ficken, damit ihr klar wird, dass sie lesbisch ist.“ Page war damals 18 Jahre alt und hatte noch nicht selbst über ihre Liebe zu Frauen gesprochen. Das offizielle Outing erfolgte erst 2014.

Seitdem avancierte Page zum Fahnenträger der LGBTQ-Gemeinde in Hollywood. 2018 heiratete er die Tänzerin Emma Portner. Bekannt wurde er außer in der Rolle als ungewollt schwangerer Teenager in „Juno“, an der Seite von Leonardo DiCaprio in dem Blockbuster „Inception“(2010) sowie in einigen „X-Men“-Filmen.

Nico Hofmann, 60, lebt seit langem offen homosexuell. Der Filmproduzent und UFA-Chef weiß also, wovon er spricht, wenn er jetzt allen heimlich homosexuell lebenden Schauspielern zum Outing rät. „Man kann nur glücklich sein, wenn man zu seiner Sexualität steht und nicht ein falsches Leben aufrechterhält“, erklärt Hofmann der Illustrierten „Bunte“ und fügt hinzu, dass sein Ratschlag auch für Schauspieler gelte, die aus Angst vor beruflichen Einschränkungen Coming-outs scheuen.

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Nico Hofmann: „Als ich meinen ersten Freund hatte, war ich 24.“

Die Folgen der Heimlichtuerei seien nämlich verheerend: „Das kann so weit gehen, dass sie sich bewusst mit Frau oder eigenen Kindern zeigen – oft endet das in einer Lebenslüge, mit der die Betroffenen dann irgendwann nicht mehr klarkommen.“ Er selbst sei in der Schulzeit noch in Mädchen verliebt gewesen. „Als ich meinen ersten Freund hatte, war ich 24 und bin relativ schnell mit ihm zu meiner Mutter gefahren – sie hat grundsätzlich eine entspannte Haltung in vielen Dingen.“