Angela Hewitt spielt auf ihrem geliebten Fazioli-Piano.
Foto: Keith Saunders Photography

BerlinDie weltberühmte Pianistin Angela Hewitt (61) ist mit den Nerven am Ende. Sie trauert um ihren einzigartigen, 140.000 Euro teuren Flügel. Das 600 Kilo schwere Instrument wurde in Berlin zerstört. Klavier-Transporteure ließen das unersetzliche Stück fallen.

Das Unglück traf Pianistin Hewitt völlig unvorbereitet. Gerade noch hatte sie sich über die vollendete Studio-Aufnahme ihrer neuen CD gefreut. Da tauchten plötzlich zutiefst geknickte Männer im Regie-Raum auf: Die Klavier-Transporteure mussten gestehen, „dass sie mein kostbares Fazioli Grand Piano fallen gelassen hatten“, schreibt Angela Hewitt auf Facebook. „Ich konnte es nicht fassen.“

Zerstörter Flügel ist laut Hersteller nicht zu retten

Wie genau der Flügel vom Typ F278 Fazioli zu Schaden kam, berichtet die kanadische Pianistin nicht in allen Einzelheiten. Die Transporteure waren offenbar gerade dabei, das kostbare Instrument nach Beendigung der CD-Aufnahmen aus dem Studio zu tragen. Der RBB berichtet, dass das Studio in einer Berliner Kirche aufgebaut gewesen sei. „Die Transporteure waren beschämt“, schreibt Hewitt. „In 35 Jahren ihrer beruflichen Tätigkeit war so etwas noch nie passiert.“

Dass bei dem Unglück niemand verletzt wurde, ist für die Pianistin nur ein schwacher Trost: „Ich habe dieses Piano abgöttisch geliebt. Es war mein bester Freund, mein bester Begleiter.“ Der Hersteller Fazioli habe das Instrument inzwischen untersucht und auch die letzte Hoffnung auf eine mögliche Reparatur zerstreut. Der zerstörte Flügel sei nicht zu retten. „Der eiserne Rahmen ist gebrochen“, schreibt Angela Hewitt. „Es macht keinen Sinn, finanziell oder künstlerisch, dieses Piano aus dem Nichts wiederaufzubauen.“ Jetzt muss sich die Versicherung mit dem Fall befassen.

Unklar bleibt vorerst, wie sich die Zerstörung des Flügels auf Hewitts Karriere auswirken wird. Das Instrument war für sie geschaffen. Und das einzige Exemplar der Serie F278 Fazioli, das mit vier Pedalen ausgestattet war. Die Musikerin hatte es seit 2003 für alle in Europa entstandenen CD-Aufnahmen und viele Konzerte genutzt. Wird Angela Hewitt je wieder so klingen, wie ihre Fans es lieben?

„It’s kaputt“, schreibt die Pianistin zerknirscht. Doch sie will weitermachen. Konzertabsagen gebe es nicht.