Frankfurt - Sie hätte ihm gefallen. Leidlich zumindest. Ja, diese Trauerfeier, dieser Abschied von Marcel Reich-Ranicki wäre beim Geehrten selbst positiv aufgenommen worden. Denn kaum etwas fand der große Literaturkritiker schlimmer, als gelangweilt zu werden. Und so gaben denn alle, die sprachen in der Trauerhalle des Frankfurter Hauptfriedhofs, ihr Bestes.

Frank Schirrmacher, FAZ-Herausgeber, erinnerte daran, dass der Verstorbene Trauerfeiern immer gerne besucht und „rezensiert“ hatte. Ein klassischer Satz von ihm war: „Eine Beerdigung, bei der nicht Polizeiautos vor der Tür stehen, taugt nichts.“ Auch da wäre er auf seine Kosten gekommen: Die Polizei sperrte ganze Straßenzüge, weil zu den Ehrengästen auch Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin gehörten. Sie verneigten sich als Erste vor dem schlichten Sarg aus hellem Holz, der im merkwürdigen Gegensatz stand zum überbordenden Blumenschmuck.

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