Berlin - Seit nunmehr bald einem Jahr bestimmt Corona unser Leben – und ein Ende ist nicht in Sicht. Viele Menschen sind an ihrer Belastungsgrenze, gerade jene, die Tag für Tag an vorderster Front gegen die Folgen der Viruspandemie kämpfen. In Großbritannien, wo sich ein veränderter Corona-Typ ausbreitet, der als extrem ansteckend gilt, ist der Druck auf das Gesundheitssystem besonders hoch. Laut offiziellen Angaben werden derzeit mehr Covid-19-Patienten in britischen Krankenhäusern behandelt als jemals zuvor, insgesamt sind es mehr als 37.000.

Pro 100.000 Einwohnern zählte Großbritannien in der vergangenen Woche mehr als 550 Neuinfektionen. In London liegt diese Kennziffer in vielen Stadtteilen bei weit über 1000. Ein Zustand, bei dem die britischen Royals nicht tatenlos zusehen wollen. Herzogin Kate, 39, und Prinz William, 38, der nach seinem Vater Prinz Charles an zweiter Stelle der britischen Thronfolge steht, trafen sich jetzt zu einem virtuellen Austausch mit Vertretern besonders stark beanspruchter Berufsgruppen. Im Gespräch mit britischen Rettungsbediensteten, Krankenschwestern und Seelsorgern äußerte William die Sorge, die Pandemie könne etliche Menschen traumatisieren: „Sie sehen so viel Traurigkeit, Trauma, Tod, dass es Ihr eigenes Leben beeinflusst, weil es immer da ist.“

„Wenn man so viel Tod und so viel Verlust sieht, beeinflusst das, wie man die Welt sieht“, sagte William, der auch über seine Erfahrungen als Rettungsflieger in der britischen Armee sprach. In den Jahren 2009 und 2010 hatte der Herzog von Cambridge eine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten absolviert. Daran schloss sich ein Dienst bei einer „Search and Rescue“-Einheit in Wales an, wo William als Copilot eines Rettungshubschraubers auch an der Bergung von Schiffbrüchigen beteiligt war. 

William und Kate unterstützen in Pandemiezeiten finanziell eine Telefonseelsorge-Hotline, bei der Beschäftigte mit traumatischen Erfahrungen Hilfe suchen können. Es sei wichtig, Dienste wie „Just B“ zu haben, die denjenigen ein offenes Ohr bieten, die mit dem Verlust von Kollegen, Angehörigen und Menschen, die sie betreuen, fertig werden müssten, so die Royals. 

Noch Anfang Dezember war das royale Paar per Zug durchs Land gereist, um sich bei Menschen in systemrelevanten Berufen der Corona-Krise zu bedanken. Von den Regionalregierungen in Schottland und Wales mussten sie sich dafür Kritik gefallen lassen. Premierminister Boris Johnson verteidigte die Royal-Reise jedoch als „höchst wertvoll“.