Eine Locke ist nicht bloß eine Locke, für Yvette Mumanyi ist sie eine Ansage. Mit den Fingerspitzen entrollt sie zwei Haarsträhnen, die sie am Vorabend wie eine Kordel umeinandergeschlungen und als Knoten auf ihrem Kopf befestigt hat. Achtzehn solcher Bantu-Knoten hatte sie über Nacht. Nun löst sie einen nach dem anderen, und die Haare fallen ihr in Kringeln auf die Schulter. Eine natürliche Dauerwelle, ohne Lockenwickler, Klammern, Spray. Mit hochgezogenen Augenbrauen beobachtet sie sich im Spiegel. Es sind ihre eigenen Haare, und das ist nicht selbstverständlich. Denn Yvette Mumanyi hat afrikanische Haare, Typ 4c, z-förmig.

Haare werden in drei ethnische Gruppen unterteilt: asiatisch, europäisch-kaukasisch und afrikanisch. Glaubt man dem Starstylisten Andre Walker, der unter anderen Oprah Winfrey betreut, ist das wichtigste Merkmal die Krümmung: 1 (gerade), 2 (gewellt), 3 (gelockt) und 4 (zickzack), jeweils mit den Unterkategorien a, b, c. Asiatische und europäisch-kaukasische Haare haben eine Krümmung zwischen 1a und 3b. Bei 3c beginnen die afrikanischen Haare, und da wird aus einem Badezimmerthema plötzlich Politik.

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