Das Cover der deutschen Ausgabe
Foto:Oetinger-Verlag

HamburgEs gibt wohl niemanden, der nach der Lektüre der "Tribute von Panem"-Trilogie nicht gerne wüsste, wie es mit Katniss und Peeta und ihren beiden Kindern weitergeht, nach all den Schlachten, die sie gegen andere Kinder und Jugendliche - und auch gegeneinander - schlagen mussten. Nach all ihren Verlusten. Was aus Panem wird, nachdem die grausamen "Hungerspiele" abgeschafft sind, die alte Diktatur besiegt ist und eine neue gerade noch verhindert werden konnte. Nachdem Präsident Snow tot und die Menschen in den Distrikten theoretisch befreit sind. 

Suzanne Collins im Interview 2012 über die politischen Bezüge ihres Schreibens

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Aber in der Erzählzeit ist es keine Fortsetzung dieser beispielhaft spannenden und die Mechanismen von Politik erklärenden Mischung aus Romanze und Dystopie, die die US-amerikanische Schriftstellerin Suzanne Collins jetzt zehn Jahre nach Erscheinen des dritten Bandes - vermutlich auf das Drängen ihrer Millionen Fans in aller Welt, ihrer Verlage und ihres Anlageberaters - geschrieben hat und die am 19. Mai weltweit und in Deutschland unter dem Titel  „Die Tribute von Panem - Das Lied von Vogel und Schlange“ (im Original: The Ballad of Songbirds And Snakes) veröffentlicht wird. Sondern die Vorgeschichte.

Coriolanus Snow als junger Mann 

Der neue Roman spielt 64 Jahre vor den Ereignissen der ersten drei Bücher und beginnt mit dem Morgen der "Ernte" der zehnten "Hungerspiele". Im Mittelpunkt steht Coriolanus Snow als junger Mann. In den ersten drei Bänden ist er ein Autokrat der skrupellosesten Sorte und Rosenzüchter nebenbei. In Band 4 begegnet man ihm als einem um den eigenen Aufstieg besorgten, aber auch nicht unsympathischen 18-Jährigen.

Zwei Seiten aus dem Original hat der Verlag online gestellt, in denen Coriolanus hofft, einer der Mentoren der diesjährigen Tribute zu werden, also der Coach und Medienberater eines jener 24 Jugendlichen, die alljährlich gezwungen werden, in einer virtuellen Arena  in einer Art Gladiatorenkampf auf echtes Leben und echten Tod hin gegeneinander anzutreten. Dabei denkt er natürlich an einen Spross aus einer der feinen Gesellschaften der ersten Bezirke. Tatsächlich bekommt er aber ein Mädchen aus dem 12. Bezirk zugeteilt. Dem wilden Bezirk, dem Bezirk der Kohlearbeiter. Dem Bezirk aus dem, Jahrzehnte später, auch Katniss kommt. 

Deutscher Trailer der Verfilmung des ersten Bandes 2012

Quelle: YouTube

Aus der Buch-Trilogie entstanden bislang vier Filme (der dritte Band wurde in zwei Teile geteilt), die dem Verlag zufolge knapp drei Milliarden Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro) einspielten. Oetinger  hatte schon die ersten drei Bände auf den deutschen Markt gebracht und sie dort  mehr als 4,7 Millionen Mal verkauft. Mit dem neuen Roman wolle sie der Frage nachgehen, wer wir seien und was wir für unser Überleben für notwendig erachten", hatte Collins im vergangenen Jahr gesagt. "Der Zeitpunkt zehn Jahre nach dem Krieg, den alle "Die dunklen Tage" nennen, ist der ideale Nährboden  für die Charaktere, um sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und ihre Vorstellungen von Menschlichkeit zu entwickeln."