Den Berliner Umgang mit dem Ansinnen des Berliner Korea-Verbandes, in der Hauptstadt eine Kopie der koreanischen Friedensstatue aufzustellen, um der sexualisierten Gewalt durch japanische Soldaten während des Zweiten Weltkriegs im pazifischen Raum zu gedenken, kann man durchaus als neurotisch beschreiben. Erst wurde das Projekt vom Bezirksamt offenbar als Gedenken gegen allgemein sexualisierte Gewalt missverstanden und erlaubt, dann, als klar war, worum es sich handelt, kurz verboten, schließlich geduldet, und jetzt muss die Sache gerichtlich geklärt werden. Ein Anruf in Oberbayern bei der Historikerin Miriam Gebhardt, der es vordringlicher erschiene, endlich an das Leid der geschätzt 860.000 Frauen zu erinnern, die in Deutschland (genauer gesagt: bei der Flucht und Vertreibung und in den vier Besatzungszonen) nach dem Zweiten Weltkrieg von Angehörigen der alliierten Streitkräfte vergewaltigt wurden.

Berliner Zeitung: Frau Gebhardt, was hat die privat initiierte koreanische „Friedensstatue“, über die in Berlin gestritten wird, mit den Verbrechen der Alliierten gegen Deutsche zu tun? Warum muss das aufeinander bezogen werden?

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