Die erheiterndste Szene in „Tschiller: Off Duty“ trägt sich in einem türkischen Gefängnis zu. Niemand wird ein Gefängnis mit einem Hotel verwechseln wollen, nirgendwo in der Welt, aber diese Haftanstalt wirkt besonders ungastlich. Hier sitzt also Nick Tschiller in einer Zelle, gemeinsam mit zwei dünnen, ängstlichen und einem sehr dicken, furchterregenden Häftling, der wiederum die Mitinsassen regelmäßig zu widerlichen Handlungen zwingt. Auch der Neuzugang Tschiller soll dieses Schicksal teilen, doch er wehrt sich. Eines Nachts ohrfeigt er die schlafende Bestie mehrfach, wobei er folgende Worte hervorstößt: „Na, du kleine Hummel!“

An der Stelle kriegte sich die Autorin dieser Zeilen nicht mehr ein vor Lachen, so unverhältnismäßig war das Verhältnis von Bezeichnung und Bezeichnetem. „Kleine Hummel“ – schon war der fette Straftäter entdämonisiert, was Tschiller indes mit etlichen Wunden zu bezahlen hatte. Doch das kennt man ja bereits aus den Hamburger Fernseh-„Tatorten“ mit dem LKA-Ermittler Tschiller (Til Schweiger): Er muss immer mächtig einstecken, teilt aber auch beherzt aus – und zwar nicht zu knapp, was das Publikum schon mal spaltet. Nun fragt sich: Wozu jetzt noch ein Kino-„Tatort“? Und was, bitteschön, macht Nick Tschiller „off Duty“ in einem türkischen Gefängnis?

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