Berlin - Die beiden Arztgespräche drehen sein Leben jedes Mal komplett um. Zuerst bekommt Lothar Kellermann (Jens Harzer) im Uni-Klinikum die Diagnose, er sei an unheilbarem Lymphdrüsenkrebs im Endstadium erkrankt. Er bleibt erstaunlich gefasst. Einige Wochen später aber teilt ihm die Ärztin im Hospiz mit, dass er wegen einer Fehldiagnose hier sei: Er habe zum Glück nur eine heilbare Hauterkrankung. Und jetzt reagiert Lothar plötzlich panisch, ja entsetzt. Denn der allein lebende Mann hatte ja mit dem Leben abgeschlossen, seine Fliesenfachgeschäft sowie sein schickes Haus verkauft und alles dem Tierheim gespendet – wo er seinen einzigen Gefährten, den Hund, untergebracht hat. Doch nun wird er aus dem Hospiz vertrieben – in die Obdachlosigkeit.

Diese originelle Idee der Autorin Ruth Toma ist bei Hermine Huntgeburth genau in den richtigen Händen. Denn die Regisseurin, zuletzt mit dem Udo-Lindenberg-Film im Kino erfolgreich, ist eine Spezialistin für Tragikomödien neben der Spur, oft mit unerwarteten Besetzungen. So hatte sie in der Groteske „Das Trio“ mal Götz George als schwulen Taschendieb besetzt, der mit seiner Tochter um denselben Mann buhlt. Diesmal ist Corinna Harfouch das einzige allseits bekannte Gesicht. Sie spielt Lothars Hospiz-Gefährtin. Doch die Schweizerin Elisa Plüss (als Lothars Tochter) und Merlin Sandmeyer (als deren Freund) sind bislang kaum im Fernsehen aufgetaucht. Vedat Erincin wiederum, sonst auf türkischstämmige Figuren abonniert, darf als deutscher Fliesenlegermeister Manfred überraschen. Hauptdarsteller Jens Harzer ist zwar im Theater seit vielen Jahren eine Größe, im Fernsehen aber selten zu erleben, etwa als geheimnisvoller Hypnose-Arzt in „Babylon Berlin“.

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