„High Society oder Hartz IV - Wer sind die wahren Asozialen?“ So hieß eigentlich das Motto der Sendung, das wohl noch vom Buch des eingeladenen „Stern“-Autors Walter Wüllenwebers abgeleitet worden war. Doch die Debatte ging lange Zeit in eine andere Richtung, denn an Heinz Buschkowsky, den SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, dessen streitbares Buch „Neukölln ist überall“ gerade auf Platz Eins der Bestsellerlisten schoss, kam auch Sandra Maischberger nicht vorbei. Aus gutem Grund nahm die Redaktion an, dass kaum ein Diskutant das Buch schon gelesen haben würde und breitete eingangs einige besonders steile Thesen Buschkowskys aus – leider vergeblich.

Denn immer wieder wurden dem streitbaren Sozialdemokraten Äußerungen unterstellt, die er gar nicht gesagt hatte. So beteuerte er, das Wort „asozial“ in seinem Buch kein einziges Mal verwandt zu haben. Renan Demirkan, die sich von Buschkowsky besonders angegriffen fühlte und ihn offenbar für einen Geistesgenossen von Thilo Sarrazin hielt, wollte ihn auf Aussagen in der „Zeit“ festnageln und holte sogar den ausgeschnittenen Text hervor – doch das angebliche Zitat klang dann eben doch anders als von Demirkan behauptet.

„Abenteuerliche“ Äußerungen

So blieb wenig Zeit, sich mit Buschkowskys These „Neukölln ist überall“ tiefgründiger auseinander zu setzen, zumal Maischberger dann auch noch das eigentliche Motto ihres Talks, die angebliche Asozialität von Reichen und Armen, reihum diskutieren lassen wollte, für das der „Stern“-Autor Walter Wüllenweber stand.

Doch damit kursierten in der Talkrunde zwei Themen, die sich nur teilweise überlappten und das Gespräch eher ausufern und ausfransen ließen. Auch Wüllenweber musste dieselben Erfahrungen wie Buschkowsky machen, wunderte sich schließlich, welch „abenteuerliche“ Äußerungen ihm mitunter unterstellt wurden. Einzige Schlussfolgerung dieses oft ärgerlichen Talks: Buschkowsky komplett im Original lesen – und sich erst dann in die Debatte stürzen.