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Ausgerechnet an ihrem 17. Geburtstag muss Carolin (Carolyn Genzkow) entdecken, dass ihre Mutter, die Oberärztin Claudia (Kirsten Block), gar nicht ihre leibliche Mutter ist. Für das Mädchen, das ihrer Mutter auch beruflich nacheifern wollte und gerade ein Schülerpraktikum auf deren Station absolviert, natürlich ein schwerer Schock.

Unabhängig voneinander nehmen sowohl Carolin als auch Claudia Kontakt zur leiblichen Mutter auf. Die verschuldete, aber lebenslustige Chantal (Julia Brendler) arbeitet als Kosmetikerin im Hamburger Kiez. Die Konstellation ist nicht neu, die Konflikte sind dank der sozialen Unterschiede zwischen den Frauen programmiert.

Sprunghafte Dramaturgie

Der Film von Autorin Jaqueline Tillmann und Regisseur Stephan Meyer versucht offenbar, das Hin- und Hergerissensein, das Sprunghafte einer 17-Jährigen, die alle Sicherheiten verloren hat, dramaturgisch einzufangen.

Viele Szenen enden abrupt. Doch auf Sätze wie „Das ist mir alles zu blöd“, oder „Ich hasse dich!“ folgt postwendend die tränenreiche Versöhnung – „Es tut mir alles so leid“. Mitunter wünschte man sich, dass wenigstens zentrale Szenen, in denen wirklich Spannung in der Luft liegt, mal ausgespielt werden. Etwa als Claudia ihre wesentlich jüngere Rivalin Chantal zur versöhnenden Kaffeetafel in ihre Oberarzt-Villa einlädt – doch auch dieser Versuch endet im Fiasko.

Allzu aufdringlich wirkt die Einbindung des Klinik-Alltags in diesen Konflikt. Claudia wie Carolin verlassen ständig ihren Dienst, um Dinge zu klären. Ein junger Komapatient wacht angesichts des Mutter-Tochter-Streits lieber auf, als ihn noch weiter stumm zu erdulden.

Überzeugende Hauptdarstellerinnen

Dabei hätte Regisseur Meyer seinen drei Schauspielerinnen durchaus mehr zutrauen können. Kirsten Block wie Julia Brendler passen richtig gut in ihre gegensätzlichen Rollen und geben den Dialogen die nötige Schärfe.

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Carolyn Genzkow, die in Filmen wie „Zivilcourage“ ganz anders gefordert worden war, bewältigt das Hin- und Her fast schon routiniert – die 20-Jährige muss aufpassen, nicht auf derartige Teenie-Rollen festgelegt zu bleiben.

Ihre dramatischste Szene muss sie aber hinter Skibrille und Helm im freien Fall absolvieren: Hier nimmt der Film das zentrale Motiv „Aus allen Wolken gefallen“ wörtlich und lässt Carolin gen Erde sausen – wo die beiden Mütter schon warten.