Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow quatscht nicht groß herum. Bei der Polizeiarbeit geht es ihm um Gerechtigkeit, das spricht aus jeder seiner Gesten. Dass er seinen Dienst quittiert, ist schade für die Anhänger des Sonntagskrimis in der ARD. Sascha Bukow, verkörpert von Charly Hübner, wird dem Rostocker „Polizeiruf 110“ fehlen.

Eine Serie mit rotem Faden

Der NDR als verantwortliche Sendeanstalt teilte am Mittwoch mit, dass die letzte Folge mit Hübner bereits abgedreht ist und im Frühjahr 2022 ausgestrahlt wird. Also ist er noch zweimal in der Rolle zu sehen, neben Anneke Kim Sarnau als Katrin König, die bleibt. 24 Folgen waren es dann insgesamt, mit mehr als acht Millionen Zuschauern im Schnitt. Sie gehören zum Besten, was in diesem Genre im deutschen Fernsehen läuft. Das liegt sicher daran, dass der Rostocker „Polizeiruf“ kontinuierlich von Eoin Moore als Hauptautor konzipiert, meist auch inszeniert wird. Vor allem aber liegt es an den sozialkritischen Themen. Die Filme suchen nicht nach den überraschendsten Fällen, sie beschäftigen sich mit Stoffen, die aus der Wirklichkeit im Osten Deutschlands gegriffen sind.

An dieser Glaubwürdigkeit und den knappen, starken Dialogen hat Charly Hübner seinen Anteil nicht nur als Schauspieler. 1972 in Neustrelitz, 120 Kilometer südlich vom Handlungsort, geboren und deshalb mit norddeutscher Stimmfärbung ausgestattet, passt die Figur so gut zu ihm, dass offenbar zunehmend Publikum und Regisseure geneigt waren, Hübner mit Bukow zu identifizieren. Deshalb hört er jetzt auf, will bald wieder Theater spielen (in Hamburg), dreht seinen ersten Spielfilm als Regisseur (einen Dokumentarfilm hat er schon gemacht) und möchte auch wieder hinter anderen Charakteren verschwinden.