Berlin - Der Kürbis zerplatzt, das Scheunentor wird von Schüssen durchlöchert, die Schützen suchen Deckung hinterm Strohballen, die Kühe blöken in Panik – wieder mal wird die hessische Provinz zum Schauplatz eines Western-Spektakels in der ARD. Die bleihaltige Western-Hommage „Im Schmerz geboren“ mit Murot (Ulrich Tukur) ist bis heute der „Tatort“ mit den meisten Toten – dessen Autor Michael Proehl hat sich auch „Heute stirbt hier Kainer“ ausgedacht.

Dabei will dieser Held gar nicht mehr schießen, zumindest nicht auf andere. Profi-Killer Ulrich Kainer (Martin Wuttke), der immer angenommen hatte, er würde in seinen letzten Sekunden im Fadenkreuz anderer stehen, muss seinen maladen Kopf in die MRT-Röhre stecken. Nach der niederschmetternden Diagnose zieht er sich zum Sterben aufs Land zurück und landet im Dorf mit dem sprechenden Namen Oberöhde. Der immer wieder ohnmächtig Umsinkende wird im Wald von der Hofbetreiberin Marie Abel (Britta Hammelstein) aufgelesen und erstmal in einen grellen 90er-Jahre-Jogginganzug gesteckt. Pensionsgast Kainer ahnt, dass der Urlaub auf dem Bauernhof auch nicht mehr das ist, was er mal war. Der seltsame Fremde, dem attestiert wird, er habe den Tod im Blick, wird von den Dörflern für einen Mafiosi gehalten. Der italienische Wirt streut es sogar als Gerücht, um die Konkurrenz zu beeindrucken. Nun wird Kainer ungewollt zum Katalysator der schwelenden Dorf-Fehden.

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