Zwei Monate nach der letzten „heute“-Sendung der ZDF-Moderatorin Petra Gerster stößt Jana Pareigis zum Team der 19-Uhr-Nachrichten aus der Mainzer Sendezentrale. „Ich möchte die Menschen begeistern für das, was alles in der Welt passiert“, sagt die gerade 40 Jahre alt gewordene Journalistin. Vorschusslorbeeren  kommen von der Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Aktuelles, Bettina Schausten: „Jana Pareigis steht für erstklassigen Nachrichtenjournalismus.“

Pareigis, deren Vater aus Simbabwe stammt, wurde in Hamburg geboren: „Ich bin schwarz und kenne Rassismus, seit ich auf der Welt bin.“ In Hamburg sei sie in einem ehemaligen jüdischen Viertel groß geworden, sei dort der Botschaft von Stolpersteinen nachgegangen und habe sich mit dem Holocaust befasst. „Damals habe ich gelernt, wie wichtig es ist, dass es Presse gibt mit Menschen, die Handlungen kritisch hinterfragen.“

„Wir brauchen Berichte aus Afrika, die nicht so klischeebehaftet sind“

Nach dem Abitur studierte Pareigis Politikwissenschaft und ging für ein Jahr zu Afrika-Studien nach New York. Zurück in Deutschland startete sie beim Sender N24  in Berlin als Assistentin des Chefredakteurs in der Parlamentsredaktion. Weitere Stationen waren der Auslandsfernsehsender der Deutschen Welle und 2014 das ZDF-Morgenmagazin, 2018 folgte das ZDF-Mittagsmagazin. Die „heute“-Sendung wird sie im Wechsel mit Barbara Hahlweg und Christian Sievers moderieren.

„Für mich ist das Schreiben am schönsten, das Moderieren ist dann das I-Tüpfelchen“, sagt Jana Pareigis.  In den Fernsehnachrichten sieht sie „die Chance, dass ich als Person die Menschen mitnehmen kann, ihnen das Geschehen vermitteln kann“. Persönliche Emotionen aber sollen im Hintergrund bleiben. „Mir gehen schlimme Nachrichten auch nah“, sagt die Moderatorin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Aber das zeige ich nicht während der Sendung – danach muss ich dann schlucken.“ Auch sonst geht Jana Pareigis mit persönlichen Dingen zurückhaltend um und tummelt sich deswegen auch nicht in sozialen Netzwerken.

Interessanter wäre aus ihrer Sicht ein fundierterer Blick auf das Geschehen in Afrika. „Wir brauchen viel mehr Berichterstattung über Afrika, die nicht so klischeebehaftet ist.“ Oft werde der Kontinent nur bei Kriegen, Krankheiten und Katastrophen wahrgenommen, viel zu selten mit Projekten in Wirtschaft und Kultur. „Da ist auf jeden Fall Luft nach oben in der deutschen Medienlandschaft.“

Und wie hält es Jana Pareigis mit dem Gendern in der gesprochenen Sprache? „Ich möchte mich an alle Zuschauer*innen richten und deswegen finde ich es wichtig, so zu formulieren“, antwortet die ZDF-Moderatorin. Der kleine Bruch im Sprechen der Gender-Formen könne dies bewusst machen. „In diesem Bruchteil einer Sekunde werden alle mit eingeschlossen.“ (dpa)